Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren und ist am 17. Oktober 1973 in Rom verstorben. Ihr bewegtes Leben und Schaffen versuche ich aus astrologischer Sicht zu interpretieren.
Die ältere Tochter des Schuldirektors Mathias Bachmann und seiner Frau Olga wurde, ebenso wie ihre 2 Jahre jüngere Schwester Isolde, von den Eltern sehr gefördert, die das musikalische Talent der Mädchen erkennen und ihnen Klavier- und Geigenunterricht ermöglichen. Besonders Ingeborg liebt die Musik, spielt mit Begeisterung Klavier und komponiert sogar eigene Melodien – sie möchte Musikerin werden. Im Alter von 10 Jahren entdeckt sie jedoch das Schreiben, das ihr im weiteren Verlauf immer wichtiger wird und als künstlerischer Ausdruck die Musik ersetzt.
Ingeborg Bachmann wurde an einem Vollmondtag geboren, das heisst, sie hatte die Aufgabe, die Dinge objektiv und neutral zu betrachten, sich an Tatsachen zu orientieren, um etwas ans Licht zu bringen. Da der Mond in Steinbock steht, könnte es sich hierbei durchaus um gesellschaftlich relevante Dinge oder um die Stellung der Frau (Mond) in der Gesellschaft (Steinbock) handeln. An diesem Tag fand jedoch auch eine partielle Mondfinsternis statt, was bedeutet, dass Gefühle und Bedürfnisse teilweise „verfinstert“ waren – doch genau diese Gefühle hatte Ingeborg Bachmann zum Ausdruck zu bringen, was ihr in ihren Gedichten und Erzählungen auch gut gelungen ist, einerseits sehr subjektiv, wie es dem Krebs-Prinzip entspricht, doch auf der anderen Seite versteht sie es, die eigenen Verletzlichkeiten auch zu objektivieren und in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Dabei hat die Dichterin immer wieder das Mond-Saturn-Thema angesprochen, nämlich, wie sich Frauen in einer Männer-dominierten Gesellschaft bewegen und ausdrücken können.
Zunächst beschreibt die Krebs-Sonne Ingeborg Bachmann als sehr sensible, einfühlsame, instinktsichere, aber auch launenhafte Person, die sich oft einem Gefühlsüberschwang ausgeliefert fühlt. Sie hat viel Phantasie und Empfindsamkeit, braucht aber ein vertrautes Umfeld und Menschen, die sie mag, um Wärme und Fürsorglichkeit zu zeigen und wie eine Mutter für das Wohl der anderen zu sorgen. Prinzipiell hat sie zwei Seiten in sich: diejenige einer fürsorglichen Mutter und diejenige eines Kindes, das mit einem unbekümmerten Vertrauen ins Leben geht und von den anderen erwartet, Unterstützung zu bekommen und "bemuttert" zu werden. Im Übermaß kann dies bedeuten, dass sie entweder andere zu sehr beschützen will und nur schwer loslassen kann, oder dass sie selbst manchmal ganz gern wieder ein Kind wäre, das nicht so viel Verantwortung zu tragen braucht.
Auf der anderen Seite gibt es einen Steinbock-Aszendent und einen Steinbock-Mond im 12. Haus – Steinbock ist das Gegengewicht zum Krebs, es ist das Prinzip der Verantwortlichkeit, der Strenge, Struktur und der gesellschaftlichen Normen und Regeln. Im Gegensatz zum „kindhaften“ Krebs verkörpert Steinbock das „erwachsene“ Ich. Dem Überschwang des Krebses setzt Steinbock Vorsicht und Umsicht entgegen. Ein Mensch mit einem Steinbock-Aszendenten sollte sich mit Form, Norm und Struktur auseinandersetzen, mit Leistung, Realitätssinn und Grundsatztreue, deshalb wirkt er nach aussen meist ernsthaft, verlässlich, zielstrebig und verantwortungsbewusst, vielleicht auch etwas nüchtern und zurückhaltend.
Tatsächlich wird Ingeborg Bachmanns widersprüchlicher Charakter zwischen Sensibilität und Entschlossenheit von Biographen hervorgehoben. Im Alter von 10 Jahren gibt sie die Musik zugunsten des Schreibens, in dem sie ihre wahre Berufung erkennt, auf. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu sehen, dass das progressive MC auf dem Radix-Saturn zu stehen kommt: die wahre Berufung ist gefunden. Als die progressive Sonne ein Trigon zu Saturn bildet (1944), besteht Ingeborg Bachmann die Matura. Und im Herbst 1945, als das progressive MC in das Schütze-Zeichen wechselt, beginnt sie ihr Philosophiestudium.
Mit dem Steinbock-Mond ist Ingeborg Bachmann aber auch sehr ehrgeizig und leistungsorientiert und sie hat ein grosses Bedürfnis nach Anerkennung. Das in Innsbruck begonnene Philosophie-Studium setzt sie ab 1946 in Wien zusammen mit Germanistik und Psychologie fort und schliesst es in kürzester Zeit ab. Gleichzeitig unternimmt sie zielstrebig Schritte in die engagierte Wiener Nachkriegs-Literaturszene, wo sie begeistert aufgenommen wird. Saturn befindet sich im Horoskop Ingeborg Bachmanns im 10. Haus: sie widmet sich konsequent ihrer Aufgabe, verfolgt ehrgeizig ihre Ziele und ist imstande, in ihrem Metier wahre Meisterschaft zu entwickeln.
Die Mond-Stellung im 12. Haus zeigt aber auch, dass die Schriftstellerin trotz ihrer Kontakte zu anderen AutorInnen und der Anerkennung, die sie durch diese erfährt, eine labile, verunsicherte Psyche hatte und sich seelisch oftmals einsam fühlte. Um dieser inneren Einsamkeit zu entrinnen und ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit, Wärme und Zuwendung zu stillen, geht sie Beziehungen ein, zunächst mit dem 14 Jahre älteren Kritiker und Journalisten Hans Weigel, doch schon ein Jahr später verliebt sie sich in den vom Nazi-Terror traumatisierten Dichter und KZ-Überlebenden Paul Celan, der allerdings wenig später nach Paris zieht, wohin sie ihn nicht begleiten kann, da sie zuvor ihr Studium abschliessen will. Wieder sehen wir hier die Steinbock/Saturn-Mentalität durchkommen, die nicht zulässt, dass etwas einmal Begonnenes nicht abgeschlossen wird, selbst auf die Gefahr hin, eine Liebesbeziehung aufs Spiel zu setzen.
Nach dem Abschluss ihres Studiums zieht sie im Oktober 1950 doch zu Paul Celan nach Paris, doch kann ihr der vom Holocaust traumatisierte und entwurzelte Dichter nicht den von ihr so sehnsüchtig gewünschten emotionalen Halt geben (Mond in Steinbock). Die Beziehung scheitert, und Ingeborg Bachmann kehrt nach Wien zurück. Sie bleibt Celan jedoch weiterhin freundschaftlich und emotional verbunden, auch als dieser 1952 eine andere Frau heiratet.
Ab 1951 arbeitete Ingeborg Bachmann als Redakteurin beim Rundfunk in Wien, sie schrieb Features und Gedichte, die Hans Werner Richter, den Initiator der Gruppe 47 (eine Vereinigung junger AutorInnen), derart begeistern, dass er die Autorin zur nächsten Tagung der Gruppe an die Ostsee einlädt, wo sie ihre Gedichte – allerdings mit grosser Schüchternheit (Chiron im 3. Haus weist auf die Selbstdarstellung als wunden Punkt hin) - vorträgt und auch als Person Aufmerksamkeit erregt. Sie versteht es nämlich, ihre weiblichen Reize bewusst in Szene zu setzen, und – je nach Bedarf – Eleganz (Venus Opposition Saturn), Intelligenz (Merkur Trigon Saturn) oder Schüchternheit und Unbeholfenheit auszustrahlen (Mond in 12), was bei männlichen Kollegen deren Beschützerinstinkt weckt. Das weibliche (Venus) und das männliche (Mars) Prinzip sind bei Ingeborg Bachmann besonders ausgeprägt, da die Venus in ihrem Radix-Horoskop im Zeichen Stier steht, der Mars hingegen in Widder. Die lustvoll-sinnliche, genussfreudige und besonnene Seite im Gegensatz zum impulsiven, tatkräftigen, zielgerichteten Durchsetzungsbedürfnis; Spontaneität und Mangel an Geduld versus Suche nach Sicherheit und Geborgenheit – wie ist so etwas zu leben?
Bei einer der nächsten Tagungen der Gruppe 47 lernt Ingeborg Bachmann den homosexuellen Komponisten Hans Werner Henze kennen. Eine lebenslange Freundschaft und Seelenverwandtschaft entsteht, in deren Verlauf Ingeborg Bachmann wieder stärker in die Welt der Musik eintaucht. Sie verfasst Libretti für einige Opern Henzes, und er vertont mehrere ihrer Gedichte. Seinetwegen zieht sie 1953 nach Italien, wo sie sogar eine Zeitlang mit ihm zusammen lebt.
Inzwischen ist Ingeborg Bachmann in Österreich und Deutschland eine viel beachtete und ausgezeichnete Autorin geworden, die vom Schreiben, ihrem Lebenselixier, leben kann. In ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises 1972 sagt sie unter anderem: „…ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe…“ Wenn wir in ihrem Horoskop sehen, dass die Sonne im 6. Haus (dem Haus der Arbeit) steht, dass dort der absolute Fokus ihres Lebens liegt, und noch dazu Pluto (die Leidenschaft, das Zwanghafte) in der Halbsumme zwischen Sonne (dem Leben) und Merkur (dem Schreiben) steht, dann wird der starke Drang nach geistiger und intellektueller Anerkennung, sowie die Fixiertheit auf literarisches Schaffen klar.
Nichtsdestotrotz besteht aber auch das Bedürfnis nach Liebe, nach Zärtlichkeit und Nähe zu einem Mann. Sie hat 1957 die Beziehung zu Paul Celan wieder aufgenommen, die sich aber – zum grossen Kummer der Dichterin - nach wie vor als unlebbar herausstellt. Da lernt sie im Sommer 1958 den Schweizer Schriftsteller Max Frisch kennen, der nach dem Erfolg seines Romans „Stiller“ sein Architekturbüro in Zürich aufgelöst und seine Frau sowie die drei Kinder verlassen hat. Trotz ihrer beider Zweifel bezüglich einer neuen Bindung wagt es Ingeborg Bachmann doch, zu Max Frisch nach Zürich zu ziehen, sie fühlt sich glücklich, wenn auch unsicher. Sie träumt ja von einer idealen, alles umfassenden innigen Liebe, das wird im Horoskop durch die Stier-Venus im Quadrat zu Jupiter und Neptun ausgedrückt. Neptun im 7. Haus ist auch noch ein Hinweis auf den starken Wunsch nach der idealen oder idealisierten Beziehung, nach Verschmelzung mit dem Partner, wobei auch eine starke Hingabefähigkeit und Verführbarkeit vorhanden ist. Doch unwirkliche Idealvorstellungen von Beziehung und Partnerschaft, die der Wirklichkeit nicht standhalten, stehen dem Erreichen einer erfüllten Partnerschaft im Weg, sodass sich Beziehungen immer wieder auflösen.
Auch die Beziehung zu Max Frisch erweist sich als schwierig; nach wenigen gemeinsamen Monaten in Zürich zieht Ingeborg Bachmann nach Rom, wohin ihr Frisch allerdings 1960 folgt. Doch auch dort kommt es in der gemeinsamen Wohnung zu Unstimmigkeiten: erstens haben sie einen ganz unterschiedlichen Arbeitsstil und divergierende Auffassungen von Literatur, und zweitens kommt es zu Eifersuchtsszenen und emotionalen Grenzüberschreitungen (ausgedrückt durch das Quadrat zwischen Neptun und Saturn), weil Ingeborg Bachmann Frisch als zu vereinnahmend empfindet (Pluto am Deszendenten zeigt zwar eine schicksalshafte Bindung, aber auch Machtkämpfe, Abhängigkeiten und Dominanzprobleme in der Beziehung an). Ausserdem möchte sie Persönliches lieber geheim halten (Mond in 12) und lässt autobiographische Elemente höchstens in verfremdeter Form in ihre Texte einfliessen, während Frisch diese kaum verschlüsselt in seine Bücher aufnimmt, was bei ihr eine zusätzliche Kränkung auslöst, da sie sich verraten fühlt.
Im Sommer 1962 lernt Max Frisch die fast 30 Jahre jüngere Studentin Marianne Oellers kennen und beendet die Beziehung zu Ingeborg Bachmann. Für diese ist die Trennung die „grösste Niederlage“ ihres Lebens, sie erleidet einen Nervenzusammenbruch und versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Bruch mit Max Frisch verursacht eine Lebens- und Schaffenskrise, der sie mit Alkohol und Tabletten beizukommen sucht. Kettenraucherin ist sie schon lange, nun kommen weitere Süchte hinzu (Mond in 12, Saturn Quadrat Neptun). Dennoch kann sie 1970 ihren bedeutendsten Roman, „Malina“, abschliessen. Er ist der erste Teil der Trilogie „Todesarten“ und thematisiert die Verletzungen, die Frauen durch ihre Beziehungen zu Männern erleiden (T-Quadrat Mond-Mars-Sonne). Der Roman wird ein Bestseller und macht die Autorin endgültig im deutschen Sprachraum berühmt.
Im Sommer 1973 feiert Ingeborg Bachmann gemeinsam mit Hans Werner Henze, der nur 5 Tage jünger ist als sie, ihren 47. Geburtstag. Der Komponist bemerkt mit Sorge ihre wiederholte Geistesabwesenheit, die auf ihre Tablettensucht zurückzuführen ist. Ende September will sie zu einer Kur nach Bad Gastein aufbrechen, doch 2 Tage vorher, in der Nacht vom 25. auf den 26. September, erleidet Ingeborg Bachmann in ihrer römischen Wohnung schwere Verletzungen durch einen Brand, der beim Einschlafen mit einer brennenden Zigarette ausgelöst wurde. Sie stirbt am 17. Oktober 1973 nicht unmittelbar an den Folgen der Verbrennungen, sondern an den tödlichen Entzugserscheinungen aufgrund ihrer schon seit Jahren bestehenden starken Abhängigkeit von Schmerz- und Beruhigungsmitteln, von der die behandelnden Ärzte zunächst nichts wussten.
In einem Interview 2 Jahre vor ihrem Tod hatte sie gesagt. „Man stirbt ja nicht wirklich an Krankheiten – man stirbt an dem, was mit einem angerichtet wird.“ Die Stellung Plutos im 7. Haus (dem Partnerhaus) zeigt uns hier extreme Gefühle, Machtkämpfe, die unterschwellig ablaufen, und Ausgeliefertsein an eine Beziehung.
In der Öffentlichkeit wird Ingeborg Bachmann durch den nach ihr benannten Literatur-Wettbewerb geehrt, der jedes Jahr Ende Juni (also rund um ihren Geburtstag) in Klagenfurt stattfindet.
Auch wir gedenken dieser grossartigen Schriftstellerin, die uns so viele wunderbare Texte hinterlassen hat, anlässlich ihres 100. Geburtstags mit Respekt und Anerkennung und sind uns bewusst, dass ihre Art zu leben nicht die leichteste war.
Sigrid Farber, Astromaster®

Sie war DAS Sexsymbol der 1950-er Jahre, das blonde Gift, das Männern den Kopf verdrehte, das Pin-up-Girl für den Schrank, ein Objekt der Begierde für zahlreiche Künstler, die sie auf die eine oder andere Weise verewigten. Aber wer war sie wir klich, der Mensch hinter dem Mythos?
Dass Marilyn Monroe Zeit ihres Lebens ein Identitätsproblem hatte, ist schon daran zu erkennen, dass ihre Mutter Gladys Pearl Baker, geborene Monroe, die als Filmcutterin in Hollywood arbeitete, ihre uneheliche Tochter Norma Jeane, die am 1. Juni 1926 in Los Angeles geboren wurde, unter dem Nachnamen Mortensen registrieren ließ. Edward Mortensen war Gladys Bakers zweiter Ehemann (der erste hieß John Baker, mit ihm hatte sie bereits zwei Kinder, die beim Vater lebten). Norma Jeanes Vater war vermutlich Stanley Gifford, der Gladys’ Vorgesetzter im Schnittstudio war. Mit ihm hatte sie 1925 eine Affäre, er verließ sie jedoch, als er von der Schwangerschaft erfuhr. Doch bei der Taufe der Kleinen ließ die Großmutter den Namen Norma Jeane Baker eintragen, den Nachnamen von Gladys’ erstem Ehemann, und versuchte so, die Unehelichkeit des Kindes zu vertuschen. Dieses Identitätsproblem (verschleierte Herkunft) lässt sich im Horoskop an der Stellung Neptuns im ersten Haus nahe am Löwe-Aszendenten festmachen.
Zwölf Tage nach der Geburt gab die Mutter ihr Kind zu Pflegeeltern, um weiter ihren Beruf ausüben zu können. 1933 nahm sie ihre siebenjährige Tochter, die in ihrer ersten Pflegefamilie ein behütetes Leben geführt hatte, wieder zu sich, schenkte dem liebeshungrigen Kind aber weiterhin wenig Aufmerksamkeit. Wenig später erlitt Gladys einen Nervenzusammenbruch und erkrankte psychisch, sodass sie in eine Anstalt eingewiesen werden musste. Das Mädchen kam wieder zu diversen Pflegeeltern und für fast zwei Jahre in ein Waisenhaus. Diese Jahre behielt Norma Jeane zeitlebens in traumatischer Erinnerung. Dass es in ihrer Herkunftsfamilie Tabuthemen und Geheimnisse sowie schmerzhafte Erfahrungen gab, sehen wir an der Position Plutos, der das 4. Haus beherrscht und selbst im 12. Haus steht. Er deutet auch eine abwesende und/oder psychisch kranke Mutter an. Die belastete Kindheit samt fehlender Nestwärme erkennen wir auch an Saturn, der im 4. Haus steht und den Hunger nach Zuneigung deutlich macht. Der rückläufige Saturn im Quadrat zu Neptun lässt sich aber auch mit dem Vater identifizieren, der sich davongemacht und seiner Verantwortung entzogen hatte.
Bei einer weiteren Pflegefamilie kam es zusexuellen Übergriffen und Missbrauch. Es verwundert daher nicht, dass diesetraumatischen Kindheitserfahrungen zu einer extrem unsicheren und zerrissenen Persönlichkeit führten (Sonne in der Halbsumme von Uranus und Neptun). Ausser dem wollte Norma Jeane so schnell wie möglich ein eigenständiges Leben führen. Zwei Wochen nach ihrem 16. Geburtstag heiratete sie daher den Nach barjungen James Dougherty und wurde so davor bewahrt, wieder in ein Waisen haus oder zu Pflegeeltern zu müssen.
1944 wurde Norma Jeane Dougherty an ihrem Arbeitsplatz in einer Rüstungsfabrik von einem Fotografen als Fotomodell entdeckt. Daraufhin machte sie eine Ausbildung zum Fotomodell und Mannequin und verdiente auf diese Weise ihren Lebensunterhalt. 1946 wurde eine Filmfirma in Hollywood auf sie aufmerksam und nahm sie versuchsweise als Nachwuchsschauspielerin unter Vertrag. Da ihr Name dem Firmenboss unpassend schien, schlug er ihr den Vornamen „Marilyn“ vor. Daraufhin wählte sie als Nachnamen den Geburtsnamen ihrer Mutter „Monroe“. Der Name Marilyn Monroe, der weltberühmt wurde, war für die Schauspielerin aber immer nur der Name einer Kunstfigur. In ihrem Privatleben wollte sie weiterhin Norma Jeane sein. Eine weitere Bedingung des Filmstudios war auch, dass sie ihre dunklen krausen Haare bleichen und glätten lassen musste, sodass sie fortan als Blondine bekannt wurde.
Entgegen dem Image, das ihr immer wieder von diversen Filmfirmen verpasst wurde, war Marilyn Monroe keineswegs das blonde Dummchen, als das sie vor allem zu Beginn ihrer Karriere gezeigt wurde. Mit Merkur in seinem eigenen Zeichen Zwillinge in Konjunktion mit der Sonne im 10. Haus hatte sie einen wachen Verstand, war pfiffig, redegewandt und geistig flexibel – und so wollte sie auch wahrgenommen werden. Natürlich liebte sie den Kontakt mit der Öffentlichkeit und sonnte sich im Ruhm, den ihre Filmkarriere ihr bescherte (Sonne als Aszendenten-Herrscherin in Verbindung mit Merkur in Zwillinge im 10. Haus), sie litt aber unter der Festlegung auf Rollen, in denen sie vor allem naiv und sexy zu sein hatte, und bestand – vor allem nach ihrer Ausbildung am renommierten New Yorker Actors Studio von Lee Strasberg – mehr und mehr auf anspruchsvolleren Drehbüchern und Charakterrollen, die durchaus auch eine komische Seite haben durften (wie beispielsweise in den Filmen „Liebling, ich werde jünger“ oder „Manche mögen’s heiß“).
Marilyn Monroes Probleme waren eher auf der psychischen Ebene angesiedelt. Mond in Wassermann ist einerseits ein Hinweis auf eine unzuverlässige, seelisch distanzierte Mutter, die nur wenig Wärme und Geborgenheit geben kann, andererseits auch auf eine irritierte Seele, auf psychische Störungen sowie permanente Unruhe, Nervosität und Gereiztheit. Auch ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Weiblichkeit ist häufig zu finden. Da diese Mondstellung aber auch das Gefühl verleiht, etwas Besonderes zu sein und ein gewisses Sendungsbewusstsein zu haben, beanspruchte Marilyn für sich selbst auch ungewöhnliche bzw. exzentrische Verhaltensweisen und nahm sich die Freiheit, einseitig Absprachen aufzukündigen oder Verträge nicht einzuhalten, was das Arbeiten in ihren letzten Lebensjahren mühsam machte. Obwohl sie ein starkes Bedürfnis nach Partnerschaft und Beziehungen hatte (Mond in 7) und ihre seelische Befindlichkeit sehr stark von der Bewunderung ihrer Mitmenschen abhängig war, wollte sie in keiner Weise eingeschränkt werden und erwartete, dass die anderen das akzeptieren. Das ist vor allem eine instinktive Abwehr gegen die Bedrohung durch emotionale Konfrontationen und den damit verbundenen Schmerz, den Marilyn seit ihrer Kindheit nur allzu gut kannte. Sie meinte zwar, ohne Beziehung nicht leben zu können, war aber nicht fähig, sich wirklich und tief auf jemanden einzulassen. Hier wird ihre emotionale Instabilität deutlich: einerseits will sie privat Norma Jeane sein, aber wenn sie in einer Beziehung tatsächlich auf diese Person reduziert wird, so wie von ihrem zweiten Ehemann Joe DiMaggio, hält sie es auch nicht aus. Der Mond im 7. Haus deutet auch den Wunsch nach eigenen Kindern an, und tatsächlich war Marilyn Monroe mehrmals von ihrem dritten Ehemann, dem Schriftsteller Arthur Miller, schwanger, erlitt aber drei Fehlgeburten.
Wenn noch dazu der Mond in schwierige Aspekte eingebunden ist, so wie in der Radix von Marilyn Monroe, wo er in Opposition zu Neptun und im Quadrat zu Saturn steht, wird die Erfüllung von Lebensbedürfnissen schwierig. So kann der Mond-Neptun-Aspekt als Entsprechung für Fehlgeburten gesehen werden, aber auch als emotionale Orientierungslosigkeit. Marilyn Monroe traute weder ihren eigenen Gefühlen noch denen ihrer Partner, sie fühlte sich vor allem in Beziehungen als Opfer, auch wenn sie es in ihren drei Ehen vermutlich nicht war; diese scheiterten vor allem an charakterlichen Unvereinbarkeiten der Partner. In ihren Liebesbeziehungen zu den Kennedy-Brüdern dürfte sie aber tatsächlich zum Opfer geworden sein, vor allem als sie aus politischen Überlegungen abserviert wurde.
Mond/Neptun ist aber auch ein starker Suchtaspekt. Ihre Feinfühligkeit und Hyper-Sensibilität (ebenfalls durch Mond/Neptun, aber auch durch Mars in Fische ausgedrückt) kamen zwar ihrem schauspielerischen Talent entgegen, machten sie aber auch dünnhäutig und empfindlich sowie – Saturn steht im Quadrat zu Mond und Neptun – anfällig für Depressionen, denen sie mit viel Alkohol sowie einem enormen Konsum von Beruhigungs- und Schlaftabletten zu Leibe rückte. Da alle beteiligten Planeten in fixen Zeichen stehen, war es auch sehr schwierig für sie, von der Sucht bzw. den Suchtmitteln loszukommen, auch wenn sie psychoanalytische Hilfe in Anspruch nahm und ihren Analytiker fast als Vater-Ersatz betrachtete. Da die frühkindlichen emotionalen Bedürfnisse durch ihre Mutter nicht erfüllt worden waren (Mond Quadrat Saturn), entstand daraus bei Marilyn Unsicherheit und Frustration sowie ein mangelndes Selbstwertgefühl und Urvertrauen. Daher zweifelte sie insgesamt an der Liebe, fühlte sich einsam und ungeliebt, was sie durch Ehrgeiz und Leistungsdenken zu kompensieren suchte.
Natürlich müssen wir im Horoskop dieser Schauspielerin, die ja in den 1950-er Jahren bewusst als Sex-Symbol aufgebaut worden war, auch die Venus betrachten. Venus steht im Zeichen Widder, also im Exil, und im 9. Haus. Damit kann sie sich zwar kraftvoll und sexy zum Ausdruck bringen, wirkt spontan, kindlich, naiv, feurig und eroberungsfreudig, ist aber aus Unsicherheit und dem tiefsitzenden Gefühl, nicht liebenswert zu sein, sehr fordernd und aktiv, dabei schwer zufriedenzustellen. Da sie daran zweifelt, wirklich geliebt zu werden, möchte sie wenigstens begehrenswert erscheinen und übertreibt oft ihre Anbiederung an die Erwartungen der Männer (Venus Sextil Jupiter). Venus ist aber als Herrscherin des 10. Hauses auch berufsbezüglich und zeigt durch das Sextil zu Jupiter den beruflichen Erfolg der Schauspielerin. Die Spannungsaspekte in dieser Radix oder vielmehr die Unfähigkeit Marilyn Monroes, diese konstruktiv zu leben, verhinderten allerdings das nachhaltige Lebensglück. Marilyn Monroe schied in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962 im Alter von 36 Jahren unter bis heute nicht geklärten Umständen aus dem Leben. Laut Obduktion hatte sie einen Mix aus dem Barbiturat Nembutal und dem Schlafmittel Chloralhydrat, beides in hoher Dosierung, im Körper, der ansonsten gesund war. Ob es sich um eine unbeabsichtigte Überdosierung handelte, um Selbstmord oder gar Mord, wie gemunkelt wurde, lässt sich nicht mehr feststellen.
Sie war sicher eine der unterschätztesten Persönlichkeiten Hollywoods, bleibt aber als ikonischer Filmstar sowie als eine der bekanntesten und meistfotografierten Frauen der Welt auch lange nach ihrem Tod Generationen von Bewunderern im Gedächtnis.
Foto: © Los Angeles Times - https://digital.library.ucla.edu/catalog/ark:/21198/zz0002sgfz

Der deutsche Schauspieler und Liedermacher Herbert Grönemeyer feiert am 12. April 2026 seinen 70. Geburtstag. Geboren in Göttingen, verbrachte er jedoch den Großteil seiner Kindheit und Jugend in Bochum, sodass er sich als Sohn dieser Stadt im Ruhrgebiet empfindet. Bis heute ist das Lied „Bochum“, erschienen 1984, eines seiner authentischesten.
Mit 8 Jahren erhielt Herbert Grönemeyer Klavierunterricht, und die Musik begeisterte ihn so sehr, dass er später als Pianist und Komponist ans Schauspielhaus Bochum engagiert wurde. 1979 trat er selbst als Schauspieler auf und hatte grossen Erfolg im Stadttheater Köln, obwohl er nie eine Schauspielschule besucht hatte. Er wurde als Schauspieler auch für mehrere TV-Produktionen engagiert, bei einer davon lernte er 1978 seine spätere Frau, die Schauspielerin Anna Henkel, kennen. Gleichzeitig veröffentlichte er mehrere Musikalben, zunächst ohne nennenswerten Erfolg.
Den Durchbruch als Musiker schaffte Grönemeyer, der zuvor schon als Schauspieler in dem Film „Das Boot“ so wie in der Filmbiographie über den Komponisten Robert Schumann, den er verkörperte, Bekanntheit erreicht hatte („Frühlingssymphonie“), 1984 mit dem Album „4630 Bochum“, das zum bestverkauften Album in Deutschland wurde (später nur durch „Mensch“ übertroffen). Somit ist Grönemeyer der derzeit kommerziell erfolgreichste zeitgenössische Musiker in Deutschland. Ein Jahr später wirkte er in der vielbeachteten internationalen TV-Produktion „Väter und Söhne“ mit, in der unter anderem auch Julie Christie, Burt Lancaster und Bruno Ganz spielten.
Seine folgenden Musikalben sind mehr und mehr politisch geprägt und wurden ebenso erfolgreich wie auch sein erstes englischsprachiges Album „What‘s all this“. Von MTV wurde er 1994 als erster nicht englischsprachiger Sänger zu einem Konzert eingeladen.
1998 war ein Schicksalsjahr für Herbert Grönemeyer: er gründete seine eigene Plattenfirma Grönland Records, doch im selben Jahr starben innerhalb von wenigen Tagen sein Bruder Wilhelm und sein Frau Anna an Krebs. Daraufhin sagte Grönemeyer alle Auftritte und Verpflichtungen ab. Erst 2000 trat er wieder an die Öffentlichkeit und brachte das Album „Stand der Dinge“ heraus. Sein bis dato erfolgreichstes Album „Mensch“ erschien 2002, es ist das meistverkaufte Album in der deutschen Musikgeschichte, und die daraus stammende Single „Mensch“ wurde zu Grönemeyers erstem Nr. 1 Hit in Deutschland. 2004 und 2006 schrieb er Songs sowohl für die Olympischen Spiele in Athen wie für die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Die Single „Zeit, dass sich was dreht“ wurde die offizielle Hymne der WM. Am 9. Juni 2006 stellte Herbert Grönemeyer diese Hymne in der Allianz-Arena in München offiziell vor.
Mehrere erfolgreiche Tourneen und Alben später komponierte Herbert Grönemeyer den Soundtrack zu dem Agentenfilm „A Most Wanted Man“. Im November 2014 wurde Grönemeyers 14. Studioalbum Dauernd jetzt vorgestellt, das auf Anhieb Platz 1 der Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichte. 2015 erhielt Herbert Grönemeyer die Goldene Kamera als Bester Musiker national. 2023 erschien das Album Das ist los und stieg am 24. März 2023 auf Rang 2 der deutschen Charts ein, auf dem es sich für zwei Wochen hielt. Im November 2023 brachte das Theater Basel die musikalische Komödie „Pferd frisst Hut“, basierend auf dem Theaterstück „Der Florentinerhut“ von Eugène Labiche als Musical heraus, zu dem Grönemeyer die Musik komponierte.
Seit Mai 2016 ist er in zweiter Ehe mit Josefine Cox verheiratet. 2019 wurde er erneut Vater. Der Musiker engagiert sich seit vielen Jahren auch sozial, politisch und umweltpolitisch.
Wie sieht nun das Horoskop eines so erfolgreichen Künstlers aus?
Zunächst fällt auf, dass in Grönemeyers Horoskop das Feuer-Element dominiert. Sonne und Merkur stehen in Widder, der Aszendent in Löwe, und in seiner Nähe sind Jupiter und Pluto positioniert. Wir haben es hier also mit einem sehr aktiven, willensstarken, begeisterungsfreudigen, starken, mutigen Menschen zu tun, der seine Meinung direkt und ohne Umschweife äussert, aber auch seine Lebensfreude zur gegebenen Zeit gut ausdrückt und Sinn für Dramatik hat.
Ein Mensch mit einem Löwe-Aszendenten verkörpert Vitalität, Lebenslust und Kreativität, er will im Mittelpunkt stehen und setzt sich gerne in Szene, hat einen natürlichen Stolz und wirkt selbstbewusst, grosszügig und würdevoll. Sein Geltungsdrang könnte ihn großspurig und angeberisch wirken lassen, da er viel Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung braucht. Mit Jupiter am Aszendenten steht wahrscheinlich Grönemeyers Optimismus und seine Weltoffenheit im Vordergrund, er wirkt lustvoll, stark und sympathisch.
Pluto, der ebenfalls am Aszendenten steht, und auch in Konjunktion mit Jupiter, ist für Grönemeyers Charisma und seine suggestive Ausstrahlung verantwortlich. Pluto verkörpert aber auch das Bedürfnis nach Macht sowie nach unbedingter Selbstdurchsetzung. Grönemeyer hat ein enormes Kraftreservoir, er setzt sich oft selbst unter Druck und wird von anderen Menschen als mächtig erlebt, kann sich aber selbst gut unter Kontrolle halten. Mit dieser Konstellation wird er überhaupt die Kontrolle nicht so leicht aus der Hand geben und sich am ehesten auf sich selbst verlassen. Das spüren natürlich auch die Menschen, die mit ihm zu tun haben.
Die Sonne ist bei einem Löwe-Aszendenten Geburtsherrscherin, und die steht in Grönemeyers Horoskop in Widder, wo sie erhöht ist, sodass es dem Künstler leicht fallen dürfte, sich mit gesundem Selbstbewusstsein durchzusetzen und seine dynamische, tatkräftige Persönlichkeit zu zeigen.
Allerdings ist diese an sich prächtig stehende Sonne im 9. Haus extrem verspannt, sie bildet nämlich Quadrate zu Mars und Uranus und wird von Neptun opponiert, das heisst, sie ist Teil eines grossen Spannungs-Quadrats. Ein Mensch, der ein grosses Quadrat in seinem Horoskop hat, muss ständig aktiv und in Bewegung sein, ist aber auch immer wieder mit Aufregungen, Konflikten und Krisen in seinem Leben konfrontiert, die seine ganze Persönlichkeit in eine Katastrophe stürzen können, so wie das nach den Todesfällen in seiner Familie passierte, die ihn wie ein Keulenschlag trafen, sodass er mehr als ein Jahr benötigte, bis er wieder künstlerisch tätig sein konnte.
Dass er diese Schicksalsschläge in seinem Leben verkraftet hat, liegt an Herbert Grönemeyers starkem Lebenswillen, der für einen Feuer-betonten Mensch typisch ist und ihn immer wieder ins Leben zurückführt. Jupiter im Trigon zur Sonne ist dabei hilfreich, denn er schenkt Grönemeyer Selbstvertrauen, Zuversicht und den Glauben an die eigene Kraft, was durch das Pluto-Trigon zur Sonne noch verstärkt wird. Dementsprechend selbstsicher und eigensinnig verhält sich der Musiker, er hat originelle, innovative Ideen, akzeptiert aber keine Autoritäten (Sonne Quadrat Uranus). Mit seinem grossen Schaffensdrang ist es für ihn am besten, wenn er seine ständige innere Spannung durch Kreativität oder sportliche Leistungen konstruktiv zum Ausdruck bringen kann. Da auch Mars, Uranus und Neptun in das Spannungs-Quadrat involviert sind, kommt sicher noch eine grosse Unruhe und Ungeduld hinzu. So ein Mensch ist umtriebig, ständig auf Achse (sprich: auf Tourneen), und er lässt sich vom Erfolg auch beflügeln, eine anstrengende Tournee noch zu verlängern.
Neptun in Verbindung zu Sonne, Merkur, Mars und Uranus bringt eine sensible und mitfühlende Note in ein Horoskop, dem es am Wasser-Element mangelt. Das befähigt Grönemeyer einerseits zu seiner Darstellungskraft als Schauspieler und gibt ihm die nötige Empathie für sein soziales Engagement: Schon in den 1980-er Jahren setzte sich der Sänger für Hilfe nach Afrika ein, seit 2005 ist er Träger der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“, tritt aktiv und öffentlich gegen Fremdenfeindlichkeit auf und engagiert sich in seiner Heimat für die Flüchtlingshilfe sowie für den Klimaschutz.
Neptun in Opposition zur Sonne trägt aber auch zur Verunsicherung einer an sich starken Persönlichkeit bei. Nach aussen zeigt er sich zwar vital, stark und egozentrisch (Löwe-Aszendent), aber der rückläufige Neptun im 3. Haus offenbart ein geschwächtes Selbstwertgefühl, das sich bei der Selbstdarstellung häufig in Frage stellt. Dieser Neptun verleiht ihm aber ausserdem nicht nur eine soziale Ader, sondern auch ein intuitives Gespür für Texte, mit denen er als Künstler sein Publikum auf einer emotionalen Ebene erreichen kann.
Apropos Künstler – wo sehen wir Grönemeyers Talent und Kreativität im Horoskop? Der Mond verkörpert unter anderem unsere Talente, und der steht in Grönemeyers Radix im musikalischen Zeichen Stier in Konjunktion zum MC. Die Musikalität ist Grönemeyer also quasi in die Wiege gelegt worden, und dass er mit diesem Talent auch erfolgreich ist, zeigt die Stellung des Mondes als höchststehender Planet, der auch für die ungeheure Popularität des Sängers zuständig ist. Aber auch die Venus ist hier beteiligt. Sie steht als MC-Herrscherin in Zwillinge im 10. Haus in enger Konjunktion mit dem absteigenden Mondknoten und zeigt somit auch ein künstlerisches Talent an, das im 10. Haus absolut berufsbezüglich ist und zum Durchbruch drängt. Mit einer Zwillinge-Venus fällt das Schreiben von interessanten Texten sicherlich leicht, und der Widder-Merkur im Trigon zum Aszendenten verstärkt das kommunikative Talent. Grönemeyers öffentlich geäußerten direkten und unverblümten Worte zeigen das Engagement und die politische Haltung des Sängers und kommen bei seinem Publikum gut an.
Noch ein Wort zu Herbert Grönemeyers Privatleben: Mit dem elevierten Mond am MC spielen Frauen natürlich eine grosse Rolle in seinem Leben, und es wäre ihm zu wünschen, dass er nun mit seiner neuen Partnerin, die seinem Bedürfnis nach Sinnlichkeit und Sicherheit entgegenkommt, glücklich ist. Ein erfülltes Leben und weiterhin Erfolg mit seiner Musik, das wünschen wir ihm zum 70. Geburtstag.
Foto: © Superbass / CC-BY-SA-4.0 (viaWikimedia Commons), 2014.

Die amerikanische Sängerin, Schauspielerin und Musical-Darstellerin Liza Minnelli feiert am 12. März 2026 ihren 80. Geburtstag. Berühmt wurde sie vor allem mit der Rolle der Sally Bowles in der Verfilmung des Musicals „Cabaret“, die ihr auf den Leib geschrieben schien. Was wie der Durchbruch zu einer Weltkarriere wirkte, mündete zwar in noch weiteren Filmrollen, wurde jedoch nicht zu dem grandiosen Triumph, den sich Liza Minnelli wahrscheinlich vorgestellt hatte.
Das künstlerische Verständnis wurde ihr bereits in die Wiege gelegt – waren doch beide Eltern in dieser Branche tätig. Die Mutter, Judy Garland, bereits als Kinderstar aufgefallen und später als Schauspielerin und Sängerin berühmt geworden, der Vater der bedeutende italienisch-stämmige Regisseur Vincente Minnelli – das waren schon Vorgaben für die kleine Liza, die in Hollywood nicht immer ein harmonisches Familienleben vorfand.
Ihre Eltern trennten sich, als Liza 5 Jahre alt war, und sie wuchs in der Folge abwechselnd beim Vater und bei der Mutter auf. Beide Elternteile gründeten bald darauf neue Familien. Obwohl sie ihre Mutter als streng und fordernd empfand, war das Leben mit ihr mitunter chaotisch. Judy Garland war schon früh alkohol- und tablettenabhängig, arbeitete mit unterschiedlichem Erfolg an ihrer Karriere und widmete sich ausgiebig ihrem Liebesleben (sie war fünfmal verheiratet).
Liza bewunderte ihre Mutter und wollte ihr künstlerisch nacheifern. Sie durfte schon als Kind in verschiedenen Filmen auftreten, konzentrierte sich jedoch eher aufs Tänzerische, wollte zunächst Eiskunstläuferin, danach Schauspielerin werden, nahm auch entsprechenden Unterricht. Erst im Alter von 17 Jahren entdeckte sie – nicht zuletzt durch den französischen Chansonsänger Charles Aznavour, der sie auch förderte – ihr Gesangstalent. Auch wenn sie schon zuvor mehrmals in Shows ihrer Mutter auftreten durfte, wurde sie offenbar von dieser nicht als eigenständige Künstlerin wahrgenommen. In der Folge trat sie als Nachtclubsängerin sowie in diversen Musicals auf und wurde als extrem talentierter und dynamischer Star gefeiert. Auch in Filmrollen tat sie sich hervor; der Höhepunkt war ihre Darstellung der Sally Bowles in „Cabaret“, für die sie den Oscar als beste Hauptdarstellerin erhielt. Mit dieser Figur, in der sie ihre ganze menschliche Wärme, Zerbrechlichkeit und Verlorenheit ausdrücken konnte, wird Liza Minnelli bis heute assoziiert; sie schien ihr auf den Leib geschneidert.
Die nachfolgenden Filme waren allerdings eher Flops an der Kinokassa und brachten ihre Karriere als Filmstar zum Stillstand, sodass sie sich künftig vor allem auf Gesangsauftritte als dynamische, stimmgewaltige Entertainerin konzentrierte.
In den 1980-er Jahren nahmen Lizas Alkoholprobleme derart überhand, dass sie sich mehreren Entziehungskuren unterziehen musste. Die folgenden Jahre waren durch weitere Konzertauftritte, aber auch Krankheiten und turbulente Liebesbeziehungen gekennzeichnet. Seit etwa 15 Jahren meidet Minnelli weitgehend die Öffentlichkeit. Einen ihrer letzten Auftritte hatte sie bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2022, wo sie, im Rollstuhl sitzend, Lady Gaga den Oscar für die beste Hauptdarstellerin überreichte.
Was verrät uns das Horoskop über diese Künstlerin?
Zunächst fällt natürlich die starke Wasser-Betonung in ihrer Radix auf, die sehr stark auf Sensibilität und eine kreative Begabung hindeutet. Zugleich sehen wir aber auch einen Mangel an Erde – nur der Aszendent befindet sich in einem Erdzeichen, nämlich in Stier. Der Aszendent zeigt, mit welcher Dynamik wir ins Leben gehen, wie wir uns durchsetzen können, wie wir instinktiv auftreten. Er bezeichnet somit das Grundnaturell eines Menschen. Mit einem Stier-Aszendent braucht Liza Sicherheit und Beständigkeit im Leben – doch wie will sie das realisieren, wenn kein anderer Planet in einem Erdzeichen zu finden ist? Der Stier-Aszendent verleiht ihr jedoch eine große Musikalität, macht sie zu einer sinnlichen und genussorientierten Person. Die Geburtsherrscherin Venus befindet sich im 12. Haus in Opposition zu Neptun, kommt also dem künstlerischen Ausdruck entgegen.
Interessant zu beobachten ist auch, dass es sich bei Lizas Eltern ganz ähnlich verhält: viel Wasser – wenig oder gar keine Erde. Menschen mit dieser Konstellation werden oft von Gefühlen überschwemmt, finden jedoch wenig Halt in der Realität und flüchten oft in Alkohol oder Drogen. Bei dem chaotischen Leben, den zahlreichen Liebschaften und stark wechselnden finanziellen Situation ihrer Mutter verwundert es nicht, dass Liza als Jugendliche co-abhängig und später selbst zur Alkoholikerin wurde.
Der Mond ist Liza Minnellis Horoskop der stärkste und wichtigste Planet, die Wurzel der Dispositorenkette. Er steht in seinem eigenen Zeichen Krebs in enger Konjunktion mit dem IC und beherrscht das 4. Haus – Familie, Zuhause, Heimat und auch die Mutter, das Mütterliche und Weibliche schlechthin werden damit ausgedrückt und erhalten durch die Position des Mondes eine besondere Wichtigkeit. Dieser starke Mond ist jedoch mehrfach verletzt durch Konjunktionen mit Mars und Saturn.
Wie geht es einem Menschen, der eine so besondere Verbindung zur Mutter, zum eigenen Zuhause, zur Heimat hat, der seiner inneren Natur nach gefühlvoll, sensibel und romantisch ist, ein dringendes Bedürfnis nach Geborgenheit und Zugehörigkeit, Seelentiefe und viele innere Ressourcen hat – und von der Mutter doch nicht die ersehnte Wärme und Zuneigung, den notwendigen Schutz bekommt, weil diese selbst den Trost und die Fürsorge einer liebenden Mutter braucht. Liza versucht als Kind, ihrer chaotischen und suchtkranken Mutter beizustehen, die sich immer wieder in Geld- oder anderen Nöten befindet. Das Mädchen Liza unternimmt besondere Anstrengungen (Mars in Krebs), um die Bedürfnisse ihrer Mutter zufriedenzustellen (Stellium Mond/Saturn/Mars rund um das IC). Nur – wo bleibt sie selbst dabei? Um die fortwährenden emotionalen Enttäuschungen möglichst zu vermeiden, wird sie wohl eine unbewusste Abwehr gegen allzu tiefe Gefühle aufgebaut haben, da diese die Seele zu sehr verletzen. Saturn, der noch dazu rückläufig ist, schirmt sie vor innigen Gefühlen ab, sodass sie zumindest nach außen hin ihre Empfiindlichkeit und subjektive Verletzlichkeit nicht zeigen muss.
Als Angehörige einer alkoholkranken Mutter übernimmt das Kind Liza daher schon früh selbst die Mutterrolle, kümmert sich, übernimmt Verantwortung, kommt aber selber emotional zu kurz, fühlt sich wenig geliebt und auch als Person nicht so gesehen, wie sie es sich verdient hätte. Denn auch die Sonne steht in einem hochsensitiven Wasserzeichen, in Fische, und dazu im 12. Haus. Damit ist Liza Minnelli geradezu prädestiniert für ein künstlerisches Leben, für die Selbstverwirklichung in einer „Traumfabrik“, wie sie schon ihr Vater (ebenfalls durch die Sonne symbolisiert) gefunden hatte. Dieses Leben in einer „Scheinwelt“ verführt aber auch zu übermäßigem Alkohol- und Drogenkonsum, in der Hoffnung, allen Problemen auf diese Weise ausweichen zu können.
Ebenfalls im 12. Haus befinden sich Merkur und Venus, allerdings schon im feurigen Widder-Zeichen. Eine Widder-Venus, die ja im Zeichen des Mars steht, kennt impulsive, leidenschaftliche Gefühle und verhält sich in der Liebe feurig, eroberungsfreudig, stürmisch und etwas naiv. Sie glaubt nicht so recht daran, dass sie die Liebe wirklich so einfach bekommt, sondern eher, dass sie sich diese durch Aktivitäten erst verdienen muss. Aus Unsicherheit ist sie fordernd, schwer zufriedenzustellen, glaubt, in der Liebe eine Leistung erbringen und sich Zuneigung erkämpfen zu müssen. In künstlerischen Belangen kann sich Liza Minnelli mithilfe dieser Venus selbst gut behaupten und kraftvoll zum Ausdruck bringen, wie sie es in ihren zahlreichen Filmen und bei Konzertauftritten bewiesen hat.
Der Widder-Merkur ist typisch für eine rasche Auffassungsgabe, spontanes Denken und direktes Kommunizieren. Liza Minnelli hat immer wieder wechselnde Interessen, vom Tanzen, Eiskunstlaufen, über die Schauspielerei zur Gesangskarriere, sie ist stets bereit, etwas Neues auszuprobieren und braucht immer wieder neue geistige Herausforderungen. Diese beiden einander nahe – aber nicht in Konjunktion – stehenden Planeten können auch der Musical-Figur Sally Bowles zugeordnet werden, die sich immer sehr direkt, ohne große Rücksichtnahme, äußerte, in Liebesdingen unsicher und deshalb fordernd war, und immer wieder alles Mögliche unternahm, um sich die Liebe zu verdienen, die sie letzten Endes aber verspielte.
Auch Lizas Beziehungsleben ist leider wenig glücklich verlaufen. Sie war dreimal verheiratet, ist von allen Männern aber wieder geschieden, konnte keine Kinder bekommen, was für eine Krebs-betonte Frau wie sie sicher katastrophal war. Eigenen Angaben zufolge hatte sie fünf Fehlgeburten (Mond/Saturn lässt grüßen). Außerdem spielt noch die Opposition Neptuns auf Venus herein: Sie hat Idealvorstellungen von einer Beziehung, und wenn sich diese nicht sofort erfüllen, dann wird sie unsicher und meint, keine Liebe zu verdienen. Die Widder-Venus macht nämlich auch extrem ungeduldig in Liebesdingen.
Immerhin konnte sich Liza Minnelli ihren Lebenstraum einer künstlerischen Karriere erfüllen. Es ist ihr gelungen, sich aus den Fußstapfen der Eltern zu befreien und eine eigenständige, unverwechselbare Künstlerin zu werden. Dazu beigetragen hat sicher das Trigon zwischen der Sonne und Mars sowie Saturn, denn Wille und ambitioniertes Handeln stehen in harmonischem Einklang und wirken auch auf andere überzeugend. Durch harte Arbeit und viel Geduld (Sonne Trigon Saturn) war es ihr möglich, ihre Ziele zu erreichen sowie öffentliche und gesellschaftliche Anerkennung zu erhalten (Sonne Sextil MC).
Wir wünschen Liza Minnelli auf diesem Weg alles Gute zum Geburtstag und noch viele angenehme, gesunde Jahre.
© Sigrid Farber, Astromaster®
Foto: Liza Minnelli at The Heart Truth Fashion Show 2008

Der am 1. Dezember 1935 unter dem Namen Allen Stewart Konigsberg geborene Komiker, Schauspieler, Autor, Regisseur und Musiker feiert am 1. Dezember 2025 seinen 90. Geburtstag. In seiner 2020 erschienenen Autobiographie gibt Allen allerdings den 30. November 1935 als Geburtsdatum an, wobei die Geburtszeit annähernd gleich bleiben dürfte, was am Gesamtbild des Horoskop kaum etwas ändert.
Als Sohn jüdischer Eltern mit österreichisch-russischer Herkunft geboren, liess er seinen Geburtsnamen 1952 offiziell in Heywood Allen ändern, wählte als Künstlernamen jedoch Woody Allen, nach dem Klarinettisten Woody Herman. Mit Religion hat er nichts am Hut. In einem Interview mit der NZZ am 22. Juli 2012 sagte er: „Ich glaube nicht an Gott und finde ohnehin alle Religionen dumm.“
Allen begann als Gagschreiber für Komiker und stieg später zum Drehbuchschreiber für Shows auf, hatte aber den Ehrgeiz, selber Stand-up Comedian zu werden. Sein erster Auftritt 1960 geriet jedoch zum Fiasko. Seine Manager bezeichneten ihn als schlechtesten Komiker, den sie je gesehen hatten. Und dennoch schaffte es Woody Allen, aus dem schüchternen und linkischen Auftreten eine Masche zu machen und damit einen unverwechselbaren Stil zu kreieren, mit dem er später zum Geheimtipp avancieren sollte.
1965 schrieb Allen das Drehbuch für seine erste Filmproduktion, und schon kurz darauf begann er, eigene Filme zu drehen – bis heute mehr als 50, darunter Komödien, Tragikomödien, Satiren, aber auch Problemfilme, Musicals und Thriller. Viele namhafte Schauspieler rissen sich darum, eine – wenn auch kleine – Rolle in einem seiner Filme zu ergattern, und vor allem Schauspielerinnen wurden durch Allens Filme erst so richtig bekannt, einige erhielten sogar einen Oscar.
In den 1990-er Jahren kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Mia Farrow, die entdeckt hatte, dass Allen eine Beziehung mit ihrer Adoptivtochter Soon-Yi hatte – die damals schon volljährig war. Es kam zur Trennung sowie einem Gerichtsverfahren über Allens Sorgerecht für die übrigen Adoptiv-Kinder. Allerdings war Soon-Yi von Mia Farrows früherem Ehemann André Previn adoptiert worden, nicht von Woody Allen, der Soon-Yi 1997 heiratete und seither mit ihr ein unspektakuläres Privatleben führt. Weitere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch Woody Allen bezogen sich auf Farrows Adoptivtochter Dylan. Die Untersuchungsbehörden konnten jedoch keine Beweise für die behaupteten sexuellen Übergriffe feststellen. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist oder nicht – ein Schatten trübt seitdem Allens Reputation.
Was können wir im Horoskop von Woody Allen sehen an Talent, Begabung, Erfolg und Charakter?
Woody Allen ist mit der Sonne im feurigen Tierkreiszeichen Schütze geboren, sein Aszendent steht im Erd-Zeichen Jungfrau. Diese beiden Zeichen stehen für zwei sehr unterschiedliche Charaktermerkmale. Während der Schütze idealistisch, grosszügig und weltoffen ist, hat die Jungfrau einen Hang zum Perfektionismus, zur Vorsicht, Detailverliebtheit und zum Kritisieren. Jungfrau-betonte Menschen drängen sich meist nicht in den Mittelpunkt, sie wirken eher schüchtern und vernunftbetont. In seinen Filmen, vor allen den frühen, präsentiert sich uns Allen oftmals als schüchterner, unbeholfener, fast linkischer Mensch, der zwar auf der Suche nach Idealen und nach dem Liebesglück ist, sich dabei aber in den Tücken des Alltags und den Mängeln seines Körpers verfängt – eine gute Metapher für Schütze und Jungfrau. Dieser Mensch misst der Gesundheit einen sehr grossen Stellenwert bei, wobei dieses ausgeprägte Gesundheitsbewusstsein in Angst vor Krankheiten bis zur Hypochondrie ausarten kann, wozu sich Allen ausdrücklich bekannte hat, der seit Jahren psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nimmt. Ausserdem steht Merkur, der Geburtsherrscher, in enger Konjunktion mit Jupiter und der Sonne, was Allen sehr beredt und eloquent macht und ihm einen intellektuellen Touch verleiht. Die gute Beobachtungsgabe sowie die Liebe zum Detail gibt seinen Filmen eine spezielle und persönliche Note.
Merkur steht in diesem Horoskop zwar im Exil (im Schütze-Zeichen), ist aber trotzdem einer der wichtigsten Planeten für Allen, denn er herrscht nicht nur über den Aszendenten, sondern auch über das 2. Haus (das für Talente und Werte steht) sowie, zusammen mit Venus, auch über das 10. Haus, das Berufshaus. Zudem steht er in enger Verbindung mit Jupiter und Sonne. Sprache und Wortwitz sind Woody Allens Markenzeichen, aber auch geschickte Finger, welche sich im Musizieren mit der Klarinette bewähren. So ist es Allen gelungen, seine sprachliche Begabung sowohl als Stand-up Comedian wie auch als Verfasser von Drehbüchern, Erzählungen und Theaterstücken zu verwerten. Die berufliche Tätigkeit ist für Woody Allen ein persönliches Anliegen, das ihm umgekehrt auch wieder Stärke verleiht; durch die Nähe zu Jupiter in dessen eigenem Zeichen Schütze ist auch der Erfolg garantiert, und zwar im 4. Haus, das Seelentiefe, Familie und Heimat repräsentiert. Die weitaus meisten Filme hat Allen in seiner Heimatstadt New York und mit vertrauten Menschen gedreht – im Ausland gearbeitet hat er erst in seinem Spätwerk ab 2005.
Als Regisseur ist Woody Allen ein unermüdlicher Arbeiter mit Verantwortung und Disziplin (Jungfrau), der aber doch auch das übergeordnete Ganze (nämlich den Film, zu dem er ja auch oft das Drehbuch geschrieben hat) im Auge behält (Schütze). Ausserdem kann er durch seine Arbeit die Grundlage für materiellen Wohlstand schaffen, der ihm einerseits erlaubt, seine eigenen Filme unabhängig von Hollywood-Klischees zu drehen, ihm aber andererseits auch Freiräume für sein Hobby lässt, nämlich als Jazzmusiker aufzutreten und in New Yorker Clubs Klarinette zu spielen.
Wo sehen wir den Komiker? In der Astrologie wird Uranus als der Unberechenbare, der Clown des Tierkreises bezeichnet, und folglich finden wir in Woody Allens Horoskop den Uranus im gradgenauen Trigon zum Aszendenten, das heisst, Schalk und Humor gehören zu seiner Persönlichkeit, persönliche und berufliche Unabhängigkeit sind ihm sehr wichtig. Trotz einer geringen Anpassungsfähigkeit kommt er mit neuen Situationen meist gut zurecht und trachtet danach, seine Möglichkeiten zu verwirklichen. Uranus im 9. Haus ist ausserdem ein Hinweis auf seinen eingestandenen Atheismus.
Venus im Zeichen Waage ist – zusammen mit Jupiter in Schütze – Allens bester Planet. Sie steht – beim Geburtsdatum 1. Dezember - im Trigon zum Wassermann-Mond und weist uns darauf hin, dass Frauen im Leben von Woody Allen immer eine sehr grosse Bedeutung hatten. Venus ist Herrscherin über das 10. Haus (das Berufshaus), was wiederum bestätigt, dass Frauen auch im beruflichen Wirken Allens eine herausragende Rolle spielen. Er hat ja meist seinen Lebenspartnerinnen (so z.B. Louise Lasser, Diane Keaton, Mia Farrow) Hauptrollen in seinen Filmen übertragen und sie nach dem Ende der Beziehung nicht mehr besetzt. Einzig seine jetzige Frau Soon-Yi spielt in Allens Filmen nicht mit, ist aber auch keine Schauspielerin.
Mit Mond in Wassermann im 6. Haus gibt es oft psychischen Stress, emotionale Distanziertheit und ein starkes Freiheitsbedürfnis, aber auch das Gefühl, etwas Besonderes zu sein und ein gewisses Sendungsbewusstsein zu haben. So jemand will nicht eingeschränkt werden, geht nicht gerne emotionale Verpflichtungen ein und erwartet, dass die anderen das wissen. Es ist ein weiterer Hinweis auf die Fähigkeit, überall dabeisein und zugleich Distanz wahren zu können.
Mars in Steinbock im 5. Haus lässt sich mit Aktivitäten im kreativen oder künstlerischen Bereich, aktivem Streben nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit erklären sowie mit Ausdauer, Fleiß, Ehrgeiz und Disziplin. Ausserdem hat die Arbeit etwas Spielerisches für ihn. Das Trigon von Mars zum MC weist auf einen ungeheuren Schaffensdrang hin. Zitat Woody Allen „Wer beschäftigt ist, ist glücklich.“ Mars bildet jedoch auch ein Quadrat zu Venus, was darauf hinweist, dass Beziehungen nicht friktionsfrei verlaufen. Da beide Planeten in den jeweiligen Zeichen stark stehen, ist wohl mit einem Kräftemessen im Beziehungsbereich zu rechnen, wie es Allen vor allem mit Mia Farrow erlebt hat.
Ein weiterer wichtiger Planet wurde bisher nicht besprochen, obwohl er in einem genauen Quadrat zum Geburtsherrscher Merkur und in Konjunktion zum Deszendenten am Beginn des 7. Hauses steht: Saturn bedeutet die Suche nach Struktur und Ordnung, im Zeichen Fische jedoch drückt er eine unbewusste Angst vor Chaos, vor Hilflosigkeit oder dem Sich-Verlieren aus, im 7. Haus bezieht er sich auf Partnerschaften, die ja nicht immer reibungslos verlaufen sind, und in Allens Fall vielleicht auch auf sein Publikum, dem gegenüber er eine gewisse Scheu empfindet. Öffentliche Auftritte „auf dem roten Teppich“ sind ihm jedenfalls zuwider.
Wenn Saturn den Geburtsherrscher (in diesem Fall Merkur) quadratiert, dann drückt sich das meist durch Pessimismus, Misstrauen, grossen Skeptizismus und Selbstzweifel aus. Dieses Quadrat bedeutet aber auch einen enormen Ehrgeiz und Leistungsanspruch; vermutlich ist es dieser Konstellation geschuldet, dass der Regisseur auch mit 90 keine Ruhe gibt und sich zu immer neuen Werken antreibt. Er gilt als einer der produktivsten Filmschaffenden, der mehr als 50 Filme schuf, 24 mal für den Oscar nominiert war und die Auszeichnung auch viermal tatsächlich erhielt (dreimal für das beste Drehbuch und einmal als bester Regisseur). Kein einziges Mal hat er jedoch die kleine Goldstatuette persönlich entgegengenommen. Sein bislang letzter Film (Ein Glücksfall) datiert aus 2023. Vor kurzem wurde bekannt, dass der Neunzigjährige einen weiteren Film plant, der in Madrid realisiert werden soll. Wir sind gespannt und wünschen Woody Allen noch eine Menge Schaffenskraft. Seinen Platz in der Filmgeschichte hat er sich auf jeden Fall schon geschaffen.
Sigrid Farber, Astromaster®

Der 14. Dalai Lama (wörtlich zu übersetzen mit „Weltmeerpriester“ oder „Ozean der Weisheit“) wurde am 6. Juli 1935 mit dem Namen Lhamo Döndrub in Taktser (oder Tengster), einem Dorf im Nordosten Tibets, als zweiter Sohn (und fünftes von sieben Kindern) der Bauernfamilie Dekyi Tshering und Chökyong Tshering geboren. Im Alter von knapp zwei Jahren wurde er von vier Mönchen anhand einer Vision des Regenten, von Orakelsprüchen und anderen Vorzeichen als Wiedergeburt des 1933 verstorbenen 13. Dalai Lama aufgefunden. Berichtet wird, dass das Kleinkind sowohl einen als Diener verkleideten hohen Lama spontan als „Lama aus dem Kloster Sera“ erkannte als auch etliche Gegenstände aus dem Besitz des 13. Dalai Lama, die neben ähnlichen aufgelegt waren, als sein Eigentum an sich nahm.
Im Rahmen des Neujahrsfestes am 22. Februar 1940 wurde Lhamo Döndrub im Potala-Palast In Lhasa als 14. Dalai Lama durch die Sitringasol-Zeremonie inthronisiert und erhielt den Mönchsnamen Tenzin Gyatso. Der Dalai Lama wird weltweit als politisches und geistliches Oberhaupt des tibetischen Volkes respektiert. Seit er 1959 von der chinesischen Regierung aus seiner Heimat in Lhasa vertrieben wurde, lebt er im indischen Dharamsala oder reist als Botschafter des Friedens und der tibetisch-buddhistischen Lehre um die Welt. 1989 erhielt er den Friedens-Nobelpreis für seine Bemühungen, den Konflikt Tibets mit China gewaltfrei zu lösen.
Können wir im Horoskop etwas von der „Heiligkeit“ des Dalai Lama erkennen?
Sonne und Aszendent des Dalai Lama stehen im Wasserzeichen Krebs. Das weist ihn als einen sehr emotional bestimmten Menschen aus, der eine starke Verbundenheit und viel Mitgefühl für seine Mitmenschen aufweist. Krebs steht auch für Natürlichkeit und Ursprünglichkeit sowie ein fröhliches Gemüt. Wenn Sonne und Aszendent im selben Zeichen stehen, werden die typischen Charakteranlagen dieses Zeichens verstärkt, somit finden wir hier eine hohe Feinfühligkeit, gepaart mit kindhaftem Charme und kreativer Spontaneität. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Krebs ein kardinales Zeichen ist, das trotz seiner Empfindsamkeit und Hilfsbereitschaft durchaus auch bestimmend sein und Initiativen setzen kann. Dies umso mehr, als die Sonne, ganz nah am Aszendenten, im 1. Haus steht, dem Haus der Selbstdurchsetzung, in dem sich übrigens auch der Planet Pluto mit seinen ungeheuren transformativen Kräften befindet. Es ist davon auszugehen, dass Pluto den kleinen Jungen in seinem Prozess unterstützt hat, als er im Kleinkindalter als Reinkarnation des 13. Dalai Lama identifiziert und selbst zum 14. Dalai Lama ernannt und fortan in einem buddhistischen Kloster auf seine künftige Aufgabe vorbereitet wurde, und diese Pluto-Stellung dürfte auch mit der charismatischen Ausstrahlung des buddhistischen Führers zu tun haben.
Auf die klösterliche Erziehung verweist übrigens auch Merkur, der in dem von ihm beherrschten Zeichen Zwillinge im 12. Haus steht: in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit des Klosterlebens konnte sich ein blitzgescheiter Geist herausbilden, der eine starke und in sich gefestigte Spiritualität aufweist, die dennoch weit von jedem Fanatismus entfernt ist und sehr viel Verständnis nicht nur für seine buddhistischen GlaubensgenossInnen, sondern für die gesamte Menschheit aufbringt. Merkur als Herrscher des 4. Hauses, der im 12. Haus steht, ist aber auch ein Hinweis auf einen Menschen, der seine Heimat verlassen musste und sein Leben in der Fremde verbringt. Obwohl der durch Merkur in Zwillinge verkörperte scharfe Verstand eine der Hauptqualitäten des Dalai Lama ist, blüht er sozusagen im Verborgenen (12. Haus), während die Krebs-Sonne im 1. Haus und in Konjunktion mit dem Aszendenten, zudem in Aspekt-Verbindung mit fast allen anderen Planeten, gleichsam das Tor ist, durch das der „einfache Mönch“, wie er sich selbst bezeichnet, seine Botschaft des Friedens mit stetem Lächeln in die Welt trägt. Besonders auffällig ist das große Trigon zwischen Sonne, Jupiter und Saturn: er hat den Ehrgeiz und persönlichen Anspruch, etwas schaffen und bewirken zu wollen, was ihm auch gelingt. Saturn befindet sich als höchstgestellter Planet in Fische im 9. Haus: sein Mitgefühl ist von starker Verantwortlichkeit geprägt, und er findet in der Spiritualität den Sinn des Lebens, was ihm wiederum Halt und Sicherheit verleiht.
Jupiter in Skorpion zeigt an, dass der Dalai Lama auch in Krisensituationen (er lebt nach seiner Flucht aus Tibet seit vielen Jahren als tibetisches Oberhaupt im Exil und wird von der chinesischen Regierung nach wie vor in seiner internationalen Tätigkeit behindert und bekämpft) nicht seine Zuversicht und den Glauben an das Gute verliert.
Mars in Waage im 4. Haus symbolisiert den friedlichen Kampf für die Heimat und zeigt auch an, dass hier jemand in seiner (neuen) Heimat als Exilierter lebt (Mars steht in Waage im Exil).
Der Mond als Herrscher des Zeichens Krebs und somit sowohl Geburtsherr als auch Sonnenherrscher steht in Jungfrau in Konjunktion mit Neptun. Der Dalai Lama stellt seine Person in selbstloser und total uneitler Weise seinen tibetischen Brüdern und Schwestern zur Verfügung, er versteht seinen Selbstausdruck als spirituellen Anspruch, sich nützlich zu machen. Dabei ist er ruhig und besonnen, vernünftig und bescheiden, will nicht auffallen und kann seine persönlichen Bedürfnisse auf ein Minimum reduzieren. Mond in Opposition zu Saturn verweist auf einen Menschen, der schon früh den Ernst des Lebens kennenlernen und in sehr jungen Jahren Verantwortung im Hinblick auf seine künftige Lebensaufgabe übernehmen musste, und daher nur beschränkt ein ausgelassenes und fröhliches Kind sein durfte. In diesem Zusammenhang ist der Dalai Lama diszipliniert und streng zu sich selbst und er ist auch bereit, unvermeidbare Opfer auf sich zu nehmen. Die Mond-Stellung im 3. Haus zeigt seine Kontaktfreude, der harmonische Aspekt (Sextil) zum Aszendent führt uns seine Beliebtheit und positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit vor Augen.
Wir wünschen Seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama, alles Gute zum 90. Geburtstag und noch ein langes, gesundes Leben und fruchtbares Wirken für die Sache des tibetischen Volkes.
Der britische Musiker Eric Clapton begeht am 30. März 2025 seinen 80. Geburtstag. Er ist 20-facher Grammygewinner und als einziger Musiker dreifaches Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame. Clapton prägte die Entwicklung des Bluesrocks seit den 1960er Jahren wesentlich mit und gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen der Gegenwart („Mr. Slowhand“). Auf der im Jahr 2011 aktualisierten Liste der 100 Greatest Guitarists of All Time der US-amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone findet sich Clapton auf Rang zwei.
Clapton wurde am 30. März 1945 im englischen Ripley in der Grafschaft Surrey im Tierkreiszeichen Widder geboren und hat einen Waage-Aszendenten. Seine Mutter Patricia Molly Clapton war bei seiner Geburt erst 16 Jahre alt. Sein Vater war der in England stationierte 24-jährige kanadische Soldat Edward Walter Fryer, der bei Erics Geburt das Land bereits wieder verlassen hatte. Als uneheliches Kind wuchs Clapton ab seinem zweiten Lebensjahr bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Ripley in der Grafschaft Surrey in England auf. Diese verheimlichten ihm seine Abstammung und ließen ihn lange in dem Glauben, seine Mutter sei seine Schwester.
In Claptons Radix steht die Sonne im Power-Zeichen Widder, was im allgemeinen auf einen starken Willen, Durchsetzungsstärke und Impulsivität hinweist. Hier verbinden sich Unbekümmertheit und unbändige Energie zu Abenteuerlust und Risikobereitschaft. Allerdings ist die Widder-Energie in dieser Radix mehrfach gedämpft: erstens steht die Sonne im 6. Haus, dem Haus der Anpassung, des Alltags und des Sich-Zur-Verfügung-Stellens in der Arbeit. Das heisst, die unbändigen Kräfte und Willensäußerungen müssen sich gewissen Bedingungen unterwerfen, viel Energie wird in die Arbeit gesteckt (darauf komme ich später noch zurück).
Zweitens, und fast noch wichtiger, die Sonne steht in Opposition zum Verschleierungsplaneten Neptun. Das bedeutet, dass einerseits das Selbst verunsichert, die Selbstwahrnehmung getrübt ist. Doch woraus resultiert das? Ganz klar können wir aus dieser Konstellation das Fehlen des Vaters herauslesen (die Sonne steht ja auch für den Vater), und Neptun im 12. Haus weist darauf hin, dass genau das dem kleinen Eric verschwiegen wurde, indem ihm seine Mutter als Schwester, seine Großeltern als Eltern präsentiert wurden. Die Sonne in einem Spannungsaspekt mit Neptun weist in vielen Fällen auch auf einen gewissen Suchtcharakter hin, und tatsächlich war Clapton in den 1970-er Jahren lange drogen- und alkoholabhängig. Es ist ihm aber offenbar gelungen, sich nach und nach von seinen Süchten zu befreien. Seine erfolgreichen Entziehungskuren veranlassten ihn, auf Antigua das Rehabilitationszentrum Crossroads Centre Antigua zu gründen.
Der Aszendent in Waage weist Clapton als sehr partnerbezogen, harmoniebedürftig, kontaktfreudig, diplomatisch, charmant, liebenswürdig und gesellig aus, als einen Menschen mit gutem Geschmack und künstlerischen Ambitionen. Die Geburtsherrin Venus steht im musikalischen Stier-Zeichen und verstärkt – neben einer ausgeprägten Sinnes- und Genussfreude - das künstlerisch-musikalische Talent, das an die Öffentlichkeit drängt, wie aus dem Quadrat der Venus zum MC ersichtlich ist. An seinen Partnerinnen schätzt er Sinnlichkeit und Bodenständigkeit, was ihm wiederum Sicherheit vermittelt.
Ausserdem finden wir in dieser Radix eine sehr interessante Planetenfigur, nämlich einen Glücksdrachen, an dessen Spitze Venus als Geburtsherrin im 7. Haus steht: ein weiterer Hinweis auf den Erfolg, den Clapton mit seiner Musik beim Publikum und in der Öffentlichkeit über die Jahre hinweg hatte.
Wie gesagt, Beziehungen sind für Menschen mit Waage-Aszendent sehr wichtig, folgerichtig hatte Clapton in seinem Leben mehrere fixe Partnerinnen, mit denen er auch Kinder hat. Daneben gab es sicherlich auch unzählige heimliche Affären (Neptun als Herrscher des 5. Hauses in 12), wie wir aus dem Horoskop eines Mannes mit Waage-Aszendent schließen können. Seit 2002 ist Clapton in zweiter Ehe mit der 31 Jahre jüngeren Grafikkünstlerin Melia McEnery verheiratet, mit der er 3 Töchter hat.
Doch es gibt auch Schattenseiten in diesem Künstlerleben. Mit fast manischer Besessenheit, einem starken Arbeitseinsatz und viel Enthusiasmus (Sonne Trigon Pluto) erarbeitete sich Clapton seinen Status als Musiker von Weltrang, was natürlich auch mit dem Streben nach Macht verbunden ist (Pluto Konjunktion MC). Kraft, Dominanz und Charisma leuchten uns entgegen, Clapton wirkt sehr von sich selbst überzeugt. Allerdings bildet sein Skorpion-Mond ein Quadrat zu Pluto. Bei dieser Mond-Stellung geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen, deren Tiefe ausgelotet werden soll. Fast immer gibt es in diesen Fällen vor der Geburt Krisenerlebnisse der Mutter, die sich in einer schwierigen Lage befindet und ihre Machtlosigkeit spürt (und ja tatsächlich noch vor Claptons Geburt von seinem Vater verlassen wurde).
Ein Mensch mit einem Skorpion-Mond hat eine starke emotionale Bindung zur Mutter (auch wenn er sie anfänglich für die Schwester hält), er hat vorstellungsbezogene, kontrollierende und suggestive Gefühle, da er spürt, dass etwas nicht stimmt und er den Dingen auf den Grund gehen will; mit oberflächlichen Erklärungen gibt er sich nicht zufrieden. Zudem besteht der starke Wunsch, das Leben in aller Intensität wahrzunehmen, was oft auch mit einer immensen Leidensfähigkeit einhergeht. Schließlich geht es um das totale Sich-Einlassen, und das geht nicht ohne Schmerzen ab, ob es sich nun um Beziehungskonflikte, Suchtprobleme oder den Verlust von Familienangehörigen und Freunden handelt.
Die 1990-er Jahre waren für Clapton in mehrfacher Weise schmerzhaft: Am 27. August 1990 starb sein Freund und Kollege Stevie Ray Vaughan bei einem Helikopterabsturz. Und noch tragischer: Am 20. März 1991 kam sein viereinhalbjähriger Sohn Conor bei einem Sturz aus dem 53. Stock eines Hochhauses in New York ums Leben. Um diesen Verlust einigermaßen zu verkraften, schrieb Clapton den berührenden Song „Tears in Heaven“.
Dennoch ist es Eric Clapton immer wieder gelungen, sich von Schicksalsschlägen zu erholen und wieder einen Sinn im Leben zu finden. In diesem Sinne wünschen wir Eric Clapton zu seinem runden Geburtstag alles Gute und noch viele gesunde Jahre.
Er war wohl einer der genialsten Musiker des 20. Jahrhunderts, erfolgreich als Komponist („West Side Story“), Pianist und Dirigent. Am 25. August 1918 wurde Leonard Bernstein in Lawrence, Massachusetts, geboren – leider ist dieser großartige Künstler schon am 14. Oktober 1990 – mit nur 72 Jahren an akutem Herzversagen infolge einer Krebserkrankung gestorben.
Was können wir aus seinem Horoskop ablesen? Wie zeigt sich die Musikalität, das kreative Schaffen? Wie die private Veranlagung?
Wenn wir die Elemente-Verteilung in dieser Radix betrachten, fällt uns auf, dass Wasser und Feuer überwiegen, wobei es auch einiges an Erde gibt. Das bedeutet also viel Leidenschaft, Emotionalität, Intuition und Mitgefühl, und gleichzeitig eine enorme Aktivität, Begeisterungsfreude und intensives Handeln, sowie eine starke Verbundenheit mit anderen Menschen (der 3. Quadrant ist mit 6 Planeten betont).
Mit dem Aszendent in Skorpion wirkt Bernstein auf seine Mitmenschen tiefgründig, engagiert und leidenschaftlich. Er strahlt Intensität und Zähigkeit aus sowie die Bereitschaft, sich voll und ganz auf etwas einzulassen und den Dingen auf den Grund zu gehen. Diese charismatische, beinahe magische Ausstrahlung wird jeder bestätigen, der den Dirigenten Bernstein erlebt hat, sei es als Freund, Musiker oder als Zuhörer. Sein Einsatz bei einem Konzert war immer zweihundertprozentig, er verausgabte sich in seiner musikalischen Einfühlsamkeit wie auch in der körperlichen Anstrengung des Dirigierens.
Der Geburtsherr Pluto steht in seinem eigenen, dem 8. Haus, im Zeichen Krebs, das für die gesamte damalige Generation galt, und in Konjunktion mit Jupiter. Dieses Brennen für alles, was er tat, diese geballte Kraft und Maßlosigkeit, die sich nicht mit Mittelmäßigkeit und Banalität begnügt, sondern das Leben voll ausschöpfen will und leidenschaftlich nach einem Sinn sucht, liegt wohl in dieser Konstellation begründet. Diese lässt ihn vielleicht nie ganz zur Ruhe kommen, verleiht ihm aber auch eine starke Überzeugungskraft, Charisma sowie Mut und Energie, um Aussergewöhnliches zu erreichen. Da Jupiter in Krebs erhöht steht, macht ihn dieser Aspekt auch sehr beliebt, er kommt trotz seiner Unbestechlichkeit und Kompromisslosigkeit bei anderen sehr gut an, die seine positive Seite sehen, ihn schätzen und mögen.
Doch wo bleibt das künstlerische Element? Wie äussert sich dieses im Horoskop?
Nun, schauen wir uns zunächst den Mond an, der in Widder im 5. Haus steht. Die Mond-Stellung in einem Feuer-Zeichen lässt sicherlich auf Kreativität schliessen, hier besteht ein tiefes Bedürfnis, etwas Besonderes zu sein und zu erleben, es gibt eine reiche Vorstellungskraft, der oft schöpferisch Ausdruck verliehen wird, sowie instinktive Versuche, die materielle Wirklichkeit mit Dramatik und Phantasie zu beleben. Im Zeichen Widder kommt die Mond-Energie heiss und leidenschaftlich zum Ausdruck, sie macht Bernstein temperamentvoll und in gewisser Weise naiv und begeisterungsfähig, doch wahrscheinlich auch leicht reizbar und sogar „aufreizend“. Er fühlt sich wohl, wenn er in seiner Umgebung anregend und aktivierend wirken kann, sucht aber auch Beachtung und ist sehr ungeduldig und neugierig, wie Orchestermusiker, die mit gearbeitet haben, wohl wissen.
Im 5. Haus, dem „Haus der Sonne“, kann sich die Kreativität auf höchstem Niveau entfalten, hier gibt es nicht nur das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, sondern auch danach, die spielerische Seite des Lebens mit all ihren kreativen Ausdrucksmöglichkeiten auszukosten, um daraus Kraft und Energie zu schöpfen. Aber auch der Umgang mit Kindern und Jugendlichen, gepaart mit pädagogischem Talent und Einfühlsamkeit, hat, wie wir wissen, sein Leben wesentlich bereichert. Zwischen 1958 und 1972 leitete er zahlreiche „Konzerte für junge Leute“ in der gleichnamigen Fernsehreihe, in der er Grundbegriffe der klassischen Musik vermittelte und verschiedene Komponisten und deren Werke vorstellte. Mit seinem Charisma, seiner großen Sprachbegabung und seinem Humor konnte er gleichermaßen Kinder wie Erwachsene fesseln.
Zudem ist der Mond in ein grosses Trigon mit Saturn und dem aufsteigenden Mondknoten eingebunden, sodass die kreative Kraft leicht fliessen und erfolgreich integriert werden kann. Saturn verleiht der überschiessenden und vor Lebensenergie strotzenden Widder-Kraft eine gewisse Disziplin und Realitätsbezogenheit, sodass die emotionalen und kreativen Bedürfnisse in angemessener Weise und zum Wohle des eigenen Selbstausdrucks (Mondknoten in 1) verwirklicht werden können. Sein Interesse und seine Begeisterung für fremde Kulturen und die Erschliessung neuer Horizonte hat Bernstein immer wieder zum Ausdruck gebracht. Er brachte aber auch die Verbindung zwischen Traditionellem und Neuem zustande, wie sie durch die Opposition zwischen Saturn und Uranus angezeigt ist. Davon zeugen verschiedene Kompositionen, die seiner jüdischen Herkunft geschuldet sind, jedoch z.B. alte Psalmen auf moderne Weise wiedergeben. Nicht zuletzt brachte seine intensive Auseinandersetzung und aufregende Neu-Interpretation der Werke der damals beinahe vergessenen österreichischen Komponisten Anton Bruckner und Gustav Mahler diese der Öffentlichkeit wieder näher.
Uranus im Quadrat zum Aszendenten ist ein Hinweis auf Bernsteins Eigenwilligkeit und sein teilweise exzentrisches Verhalten. Er ging seinen Weg, ohne sich darum zu kümmern, ob er damit aneckte oder nicht. So deklarierte er sich – auch musikalisch – als Fan des US-Präsidenten John F. Kennedy ebenso wie als Kritiker von Richard Nixon und dessen Watergate-Affäre, wie er in dem Musical „1600 Pennsylvania Avenue“ aufzeigte. Das Werk wurde vom Publikum eher ablehnend aufgenommen, offenbar war die Zeit noch nicht reif, wie Bernsteins Tochter vermutete.
Der Spannungs-Aspekt zwischen Uranus und dem Aszendenten sagt auch viel über die Ruhelosigkeit des Künstlers aus, der sich zwischen einem enormen Freiheitsbedürfnis einerseits und Verantwortungsbewusstsein andererseits hin- und hergerissen fühlen musste (T-Quadrat Saturn-Aszendent-Uranus), viele ungewöhnliche Pläne hatte und rastlos in seiner Schaffenskraft war.
Wenden wir uns nun der Sonne zu, die in der Astrologie den zentralen Wesenskern eines Menschen symbolisiert. Die Sonne steht in Bernsteins Radix im Erd-Zeichen Jungfrau und gibt ihm zu all seiner Kreativität, Schaffenskraft und Einfühlsamkeit einen Sinn für das Machbare und auch für Details, was ihm nicht nur beim Komponieren zugute kam, sondern auch beim Studieren von Partituren. Es ist bekannt, dass Leonard Bernstein sich beispielsweise sehr gründlich in die Partitur (und auch das von Wagner verfasste deutsche Libretto) der Oper „Tristan und Isolde“ vertiefte, um dem Wesen dieses „zentralen Werkes der Musikgeschichte“ in seinem Dirigat gerecht werden zu können, wofür er vom ausgewiesenen Wagner-Experten Karl Böhm auch entsprechend gewürdigt wurde, der meinte, „dass dieses so gespielt worden sei, als ob es Wagner dirigiert hätte“ (Humphrey Burton: Leonard Bernstein, New York 1994, S. 462).
Sorgfalt, Gründlichkeit und Liebe für das Detail waren Bernstein vor allem in seinem Berufsleben sehr wichtig (MC Jungfrau), und er war bereit, auch einiges dafür zu leisten, um als Persönlichkeit und Autorität auf seinem Gebiet geachtet zu werden und seine ganze Strahlkraft entfalten zu können (Sonne Konjunktion MC). Mit seiner beruflichen Laufbahn und deren gesellschaftlichen Zielen und Normen konnte sich Bernstein ja komplett identifizieren, sodass ihm ein selbstbewusstes und sicheres Auftreten nicht schwer fiel. Gleichzeitig stand ihm für die Verwirklichung seiner beruflichen Vorhaben sehr viel Energie zur Verfügung (Mars Sextil MC). Die Konjunktion der Sonne im 9. Haus mit dem MC machte Bernstein aber auch eitel und gefallsüchtig; Auffallen und Beachtetwerden um jeden Preis, schien manchmal die Devise zu sein. Dass seine Tätigkeit mit einer intensiven Reisetätigkeit verbunden war und sich auf die ganze Welt ausdehnte (mit Schwerpunkten in den USA, in Deutschland und Österreich), ist ebenso der Sonne im 9. Haus geschuldet.
Ausserdem steht der MC-Herrscher Merkur im eigenen Zeichen Jungfrau im 10. Haus, er ist Bernsteins bester Planet und drückt aus, dass der Beruf des Musikers in allen Facetten seine wahre Berufung war, der er alles andere unterordnete.
Dennoch war Leonard Bernstein kein Mensch, der in der Einsamkeit oder im „Elfenbeinturm“ wirkte, sondern einer, der sehr begegnungsorientiert und auch den vielfältigen Genüssen des Lebens durchaus aufgeschlossen war. Im Privatleben war er mit der aus Chile stammenden Schauspielerin Felicia Montealegre verheiratet und hatte mir ihr 3 Kinder. Es war aber – vor allem in der Musikwelt – ein offenes Geheimnis, dass Bernstein vielerlei Affären hatte, auch homosexuelle. Als dies auch seiner Frau bekannt wurde, trennte sich das Paar Mitte der 1970-er Jahre. Daraufhin lebte Bernstein mit seinem Assistenten Tom Cothran zusammen, kehrte jedoch zu seiner Frau zurück, als diese todkrank wurde, und blieb bis zu ihrem Tod 1978 bei ihr. Chiron im 4. Haus zeigt wohl den wunden Punkt hinsichtlich der Familie auf.
In der Liebe wie in der Kunst war Bernstein exaltiert und grenzenlos. Seine Löwe-Venus in Konjunktion mit Neptun im 9. Haus ist ein deutlicher Hinweis darauf. Im Zeichen Löwe zeigt sich die Venus leidenschaftlich, anspruchsvoll, grosszügig und dem Luxus nicht abgeneigt. Sie bildet ein Quadrat zu Mars, dem alten Skorpion-Herrscher, der selbst in Skorpion und im 12. Haus steht, was Beziehungen teilweise kompliziert und spannungsgeladen macht. Seine intensiven und leidenschaftlichen Affären hat Bernstein zunächst im Geheimen ausgelebt, wobei er seinen sexuellen Vorlieben und Begierden später immer offener nachgab. Seine Tochter Jamie beschrieb ihren Vater als einen Menschen, dessen Sexualität ihn wie eine Aura umgab und ständig spürbar war, obwohl sie ihn nie als schwul gesehen hatte und von seiner Homosexualität erst im Erwachsenenalter erfuhr. Der an sich stark stehende Mars könnte durch die Stellung im 12. Haus sowie durch das Quadrat zu Neptun geschwächt sein, was als Hinweis auf Homosexualität gedeutet werden könnte. Nicht alle Männer mit einer solchen Konstellation geben diesem Bedürfnis nach, sondern verhalten sich im Gegenteil besonders hart und männlich. Als Künstler konnte Bernstein selbstverständlich eher ein nonkonformistisches Leben führen, als er es in einem „bürgerlichen Beruf“ vermocht hätte.
Mars-Neptun als Spannungsaspekt verführt aber bekanntermaßen auch zur Sucht. Bernstein war Zeit seines Lebens ein starker Raucher, und im Lauf der Zeit kam auch ein beträchtlicher Alkoholkonsum dazu. Er war eben maßlos in vielerlei Hinsicht, im Leben, in der Liebe und in der Kunst. Wie eine Kerze, die an zwei Enden brennt, so lebte er sein Leben, intensiv, rastlos, sich verausgabend und alles voll auskostend. Dieser exzessive Lebensstil floss zwar in seinen Künstler-Beruf ein (Glücksdach zwischen Mars-MC-Jupiter/Pluto), doch er hatte seinen Preis: Lungenkrebs, der den genialen Musiker mit nur 72 Jahren hinwegraffte. Er hat uns grossartige Kompositionen hinterlassen, wie „West Side Story“, „Candide“, mehrere symphonische Werke und Kammermusik, und auch seine Interpretation bedeutsamer Komponisten wie Beethoven, Brahms, Bruckner, Mahler oder Wagner bleiben Meilensteine der klassischen Musik-Rezeption, die wir mit Dankbarkeit annehmen.